Team SALVE-PFG:
Gewachsene Strukturen dürfen nicht leichtfertig zerstört werden
Salzburg, 06.10.2026
Team SALVE-PFG zeigt sich verärgert über die Vorgehensweise der Bildungsdirektion Salzburg rund um die Neuordnung der Schulsozialarbeit in Zell am See und Mittersill. Besonders kritisch: Die betroffenen Schulen wurden erst kurz vor Schulbeginn per E-Mail über die Änderungen informiert. Gleichzeitig soll ein seit 2017 bewährter und bei Schulleitungen, Lehrpersonen, Schülerinnen, Schülern und Familien äußerst geschätzter Schulsozialarbeiter abgezogen werden.
„Hier werden funktionierende und über Jahre gewachsene Strukturen einfach kaputt gemacht. Gerade dort, wo Integration und psychosoziale Unterstützung besonders wichtig sind, braucht es Kontinuität und nicht ständig neue Zuständigkeiten“, kritisiert Christine Haslauer, Obfrau SALVE.
Die Schulsozialarbeit ist seit Jahren eine wichtige Vertrauens- und Anlaufstelle an den Schulstandorten Zell am See und Mittersill. Besonders für Schülerinnen und Schüler sowie Familien mit Flucht- und Migrationserfahrung sind sprachliche und interkulturelle Kompetenzen von großer Bedeutung. Sie helfen dabei, sprachliche und kulturelle Barrieren abzubauen, die Kommunikation mit Familien zu erleichtern und bei Elterngesprächen, kulturellen und religiösen Fragen, Integrationsprozessen sowie bei zahlreichen Herausforderungen des Schulalltags zu unterstützen. Der Bedarf ist groß: Die vorhandene Schulsozialarbeit umfasst derzeit lediglich fünf Wochenstunden und ist bereits vollständig ausgelastet. Auch die Beratungslehrperson steht nur in begrenztem Ausmaß zur Verfügung.
„Wenn man in der Bildungsdirektion hinter dem Schreibtisch sitzt, wenig Berührungspunkte mit der schulischen Realität hat und die Entscheidung trifft einen bewährten Sozialarbeiter abzuziehen, ohne für einen gleichwertigen Ersatz zu sorgen, hinterlässt eine Lücke und schadet damit unseren Schulen. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte ohnehin besondere Unterstützung benötigen“, zeigt sich Toni Polivka, PFG Bundesvorsitzender, verärgert.
Das Team SALVE-PFG fordert daher nachdrücklich, die sozialarbeiterische Betreuung an den Standorten Zell am See und Mittersill wie in den vergangen Jahren fortzuführen und dafür ein ausreichendes Stundenkontingent sicherzustellen. Die Schulen brauchen verlässliche Ansprechpartner, Kontinuität und funktionierende Strukturen – und keine Entscheidungen, die kurz vor Schulbeginn per Mail übermittelt werden.

ORF Salzburg Bericht am 08.10.2026:

