SALVE-PFG Presseaussendung: Polytechnischen Schule Neumarkt: Eine Schultragödie in mehreren Akten und mit mehreren Beteiligten
Sang- und klanglos wird nun mit Schulschluss die nächste Polytechnische Schule (PTS) im Flachgau von der Bildungsdirektion geschlossen. Die PTS Walserfeld wurde bereits 2016 – auf Antrag der Gemeinde Wals-Siezenheim (!) und ohne jede Notwendigkeit – geschlossen.
Die Verantwortlichen in der Bildungsdirektion sprechen freilich nicht von „zusperren“, sondern verwenden den beschönigenden Begriff „stilllegen“. „Denn, wenn sich wieder genügend Schüler für die PTS Neumarkt anmelden, könne diese Schule ja wieder weitergeführt werden“, so die Bildungsdirektion sinngemäß. Alle Beteiligten wissen, dass dies nie mehr passieren wird. Der Schulleiter und seine Kolleginnen und Kollegen wurden bereits anderen Schulen zugeteilt, Direktion bzw. Sekretariat werden Mitte Juli geschlossen und somit sind Anmeldungen in Zukunft unmöglich. Wo und wie sollen sich auch zukünftige Interessenten anmelden?
Der größte Schulbezirk Österreichs hat somit nur mehr drei (eigenständige) Polytechnische Schulen (Oberndorf mit vier Klassen, Thalgau mit zwei Klassen, Mattsee mit drei Klassen) und eine an die MS Strobl angehängte, einklassige PTS.
Bemerkenswert ist die Art und Weise, wie es zur Schließung der PTS Neumarkt kam:
Jede Polytechnische Schule im Bezirk Salzburg Umgebung kämpft mit sinkenden Schülerzahlen und steht zudem im Wettbewerb mit Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen. Zudem haben viele Schülerinnen und Schüler die Vorschule besucht und ihre neunjährige Schulpflicht mit dem Abschluss der Mittelschule erfüllt. Die Polytechnischen Schulen im Land haben einen festgelegten Schulsprengel, der aus mehreren Gemeinden besteht und Umsprengelungen sind eigentlich selten.
Die PTS Neumarkt war in den letzten Jahren aber von vielen Umsprengelungen in eine benachbarte Schule betroffen, weil aktiv und massiv Werbung betrieben wurde.
Bildungsdirektor Rudolf Maier schien diese Entwicklung zu begrüßen, macht er doch in informellen Gesprächen keinen Hehl daraus, dass die Anzahl der Kleinschulen im Land reduziert werden soll.
Die Rolle des Neumarkter Bürgermeisters und der Gemeindevertretung erscheint widersprüchlich: Einerseits gibt es einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss zur Erhaltung der Polytechnischen Schule, andererseits stimmte man jahrelang den Umsprengelungen zu. Ähnlich wie im Fall der Schließung der PTS Walserfeld dürften der Neumarkter Politik die möglichen Konsequenzen für den eigenen Schulstandort nicht vollständig bewusst gewesen sein. Nun ist es zu spät.
Für die Zukunft stellen sich zwei entscheidende Fragen:
Bekennen sich der Salzburger Bildungsdirektor und die für Schulpolitik zuständige Landesrätin Mag. Gutschi zum Erhalt der Salzburger Kleinschulen, oder besteht das erklärte Ziel, diese langfristig zu schließen?
Wie stehen Bildungsdirektion und Schulpolitik zu den bestehenden Schulsprengeln?
Bleiben diese in ihrer derzeitigen Form erhalten, oder ist eine Auflösung der Schulsprengel – auch im Bereich der Volks- und Mittelschulen – geplant? Eine solche Entwicklung würde unweigerlich zu einem sinnlosen und ressourcenraubenden Konkurrenzkampf im Pflichtschulbereich führen, der für Schülerinnen und Schüler kaum einen Mehrwert bringt.

Bericht SN, 08.07.2026 und Bericht Kronen Zeitung, 08.07.2026:









