Salzburg, 15. April 2026
Herr Bundesminister Wiederkehr kündigt an, dass ab dem kommenden Schuljahr die
standortbezogenen Ergebnisdaten aus den Kompetenzmessungen (iKMPLUS-Testungen)
österreichweit veröffentlicht werden sollen. Dabei ist vorgesehen, die Ergebnisse nicht pauschal
zu vergleichen, sondern im jeweiligen sozioökonomischen Kontext einzuordnen. Schulen sollen
somit mit Standorten in vergleichbarer sozialer Lage gegenübergestellt werden, um möglichst
faire und differenzierte Vergleiche zu ermöglichen.
Begründet wird dieses neue Vorgehen damit, dass mehr Transparenz durch die Veröffentlichung
dieser Daten Schulen, Eltern und Entscheidungsträgern eine fundierte Grundlage für
Verbesserungen bieten und notwendige Veränderungen im Bildungssystem vorantreiben.
„Die Realität schaut leider anders aus und genau dieses Ranking der einzelnen Schulstandorte
wird passieren und zu weiteren Stigmatisierungen von Brennpunktschulen führen“, ärgert sich
Toni Polivka von der Lehrergewerkschaft.
„Schulen und Lehrpersonen stehen bereits jetzt unter hohem Druck. Eine Veröffentlichung der
Messergebnisse würde den Konkurrenzdruck zusätzlich verstärken und bringt aus unserer Sicht
weder für Pädagog:innen noch für Schüler:innen einen echten Mehrwert. Zielführender wäre es,
die gewonnenen Daten gezielt zu nutzen, um konkrete Maßnahmen abzuleiten und den Schulen
dort Unterstützung zukommen zu lassen, wo sie tatsächlich benötigt wird“, bringt Christine
Haslauer, Obfrau des Salzburger Lehrer:innenvereins SALVE, die Problematik auf den Punkt.
„Will BM Wiederkehr Schulen unterstützen, braucht es ausreichende Ressourcen, mehr
Personal und kleinere Klassen – um nur einige zentrale Maßnahmen zu nennen. Ein Schulranking
hingegen bringt keinerlei Mehrwert.“, schließen Haslauer und Polivka.

Christine HASLAUER
Obfrau Salzburger Lehrer:innenverein SALVE
+43 664 8284290
christine.haslauer@teamsalve.at


Toni POLIVKA
PFG Stv. Bundesvorsitzender
+43 664 40565002
toni.polivka@teamsalve.at
